Varroa

Zur Bekämpfung der Varroamilben gibt es drei Zeiträume mit unterschiedlichen Behandlungsmethoden:

1.: Aufbau/Ertragsphase

2.: Nach dem Abschleudern in der Brutphase

3.: Brutfreie Phase

Wichtig für die effektive Behandlung der Bienenvölker gegen die Varroamilbe ist eine Kombination der unterschiedlichen Methoden. Wird nur eine Behandlung angewandt, können sich relativ leicht Resistenzen dagegen bilden, werden die Milben an mehreren Fronten angegriffen, ist ein langfristiger Behandlungserfolg viel wahrscheinlicher.

Die Behandlung von Schwärmen, Kunstschwärmen und Ablegern ist analog zu den beschriebenen Methoden durchzuführen. Methoden und Chemikalien, gegen die vermehrt Resistenzen aufgetreten sind, finden hier keine Erwähnung.

1. Mechanische Varroaentfernung

In der Aufbau- und Ertragsphase sind Behandlungsmethoden, die Rückstände im Honig verursachen würden nicht möglich. Eine direkte Bekämpfung der Varroamilben mit chemischen Substanzen schließt sich daher aus. Sinnvoll sind daher die Entfernung von Bereichen, in denen sich Varroen bevorzugt aufhalten und Maßnahmen, durch die Varroen mechanisch aus dem Volk entfernt werden.

Drohnenbrut Ausschneiden

Da Drohnen drei Tage länger in der verdeckelten Brut verbleiben als normale Arbeiterinnen, bevorzugen Varroen die Drohnenbrut sehr stark. Eine sehr einfache und effektive Methode zur Verringerung der Milben im Volk ist daher das Ausschneiden und Vernichten von verdeckelter Drohnenbrut. Zwar ist das Entfernen von einer so großen Menge von Drohnen, wie sie in einer ganzen (ab besten in der zweiten Generation bebrüteten) Wabe zu finden ist, ein gravierender Eingriff, aber bei belasteten Völkern ist das Wohl oder Übel die beste Lösung für das Volk.

 

2. Varroabekämpfung in der Brutphase

Nach dem Abschleudern befinden sich die Bienen kurz nach ihrem Maximum immer noch stark in der Brutphase, sowohl Sommer- als auch Winterbienen werden bebrütet. Die Varroen sind auf dem Weg zu ihrem Entwicklungshöhepunkt und mit allen Mitteln davon abzuhalten, diesen zu erreichen. Völker, in denen sich die Varroen ungehindert vermehren können, sind nahezu sicher verloren! Da sich die Mehrzahl der Varroamilben in der verdeckelten Brut befinden, muß eine geeignete Bekämpfungsmethode auch in der verdeckelten Brut wirken.

Ameisensäure

Die Verdampfung von Ameisensäure im Bienenstock stellt wohl die einfachste und effektivste Methode zur Behandlung dar. Die Methoden variieren etwas, aber letztendlich geht es immer darum, über einen Zeitraum genügend Ameisensäure verdunsten zu lassen, um die Varroen abzutöten und die Verdunstung soweit zu begrenzen, um Schäden bei den Bienen zu vermeiden. Ameisensäure braucht eine gewisse Temperatur, um genügend zu verdampfen: die Anwendung sollte bei Temperaturen zwischen18 und 25 °C durchgeführt werden.

Die einfachste Methode ist die Schwammtuchmethode, danach werden pro (Zander-) Rähmchen 2-2,5 ml (also pro Zarge mit 10 Rähmchen 20-25 ml) Ameisensäure auf ein Schwammtuch gegeben und oben auf das Volk gelegt. Über 24 Stunden wird die Ameisensäure abgegeben und die Milben dadurch abgetötet. Ist die Menge an Ameisensäure falsch dosiert und zuviel, quellen die Bienen fluchtartig durch das Flugloch – in diesem Fall ist das Schwammtuch SOFORT zu entfernen und die Behandlung am nächsten Tag – nach Überprüfung der berechneten Menge Ameisensäure – zu wiederholen.

Außer der Schwammtuchmethode von oben kann man auch von unten oder über längere Zeit mit einem kommerziell erhältlichen Verdunster oder einer Medizinflasche behandeln. Wir halten diese Methoden für erheblich aufwendiger oder für weniger wirkungsvoll, daher bitten wir die Interessenten dafür, sich an anderer Stelle über die genauen Verfahrensweisen zu informieren.

Thymolpräparate

Thymol wirkt auch in der verdeckelten Brut. Die Wirkung der Präparate (Apiguard®, Thymovar®) ist gegenüber der Ameisensäure etwas verzögert, dagegen ist die Anwendung wohl etwas einfacher und weniger gefährlich. Thymolpräparate hinterlassen Rückstände im Wachs, da es sich um lipophile Verbindungen handelt.

3. Brutfreie Phase

Im Herbst/Winter, wenn die Völker ohne Brut sind, sollte auf jeden Fall eine Restentmilbung durchgeführt werden. Jede Milbe, die jetzt im Volk verbleibt, ist eine Hypothek für das nächste Jahr! Die Methoden für die Restentmilbung sind auch bei niedriger Außentemperatur (0 - 10 °C) durchführbar.

Oxalsäure

Oxalsäure wirkt als Kontaktgift – leider nicht nur für die Varroen. Beim Umgang mit Oxalsäure ist ein Schutz durch Handschuhe und ggf. durch Schutzbrille sehr wichtig, da sie auch für uns Menschen sehr schädlich ist und durch die Haut aufgenommen wird. Oxalsäure bildet mit Kalzium aus dem Körper von den Milben Kalziumoxalat, das unlöslich ist (den Effekt kennt man, wenn man Rhabarber ißt: Die Oxalsäure aus dem Rhabarber bildet mit dem Kalzium aus den Zähnen Ca-Oxalat, das als rauher Belag auf den Zähnen liegt. Aber keine Angst, das Kalzium in den Zähnen wird ersetzt, nur sollte man nicht direkt nach dem Rhabarberessen die Zähne putzen).

Oxalsäure kann sehr einfach als Lösung in die Wabengassen geträufelt werden. Dazu verwendet man eine Lösung aus 56 g Oxalsäure, 1 kg Zucker und 1 Liter Wasser (= 1 Liter Wasser/Zucker 1:1 und 35 g. Oxalsäure), die man in den Wabengassen nur auf die Wintertraube träufelt. Pro Zarge träufelt man ca. 20-30 ml auf die Bienen, wobei möglichst wenig in die leeren Wabengassen gelangen sollte.

Methoden zur Oxalsäureverdampfung und zum Versprühen von Oxalsäurelösung sind relativ aufwendig und werden hier nicht beschrieben.

Milchsäure

Milchsäure ist ein sehr mildes und bienenverträgliches Mittel zur Varroabekämpfung, das leider sehr aufwendig ist. Die Waben werden von allen Seiten mit 15 %iger Milchsäurelösung besprüht, bis die Bienen „naß aussehen“. Diese Methode ist eher bei etwas höheren Temperaturen geeignet.

Perizin

Der Totschläger, die chemische Keule gegen Milben! Auch Perizin wird wie Oxalsäure geträufelt und ist leicht anzuwenden. Die Wirksamkeit ist nach wie vor sehr gut, auch wenn inzwischen von ersten Reststenzen berichtet wird. Der große Nachteil von Perizin sind die Rückstände im Wachs, da auch dieses Mittel lipophil ist. Wir empfehlen diese Methode NICHT.

Wachsmotte

Zur Bekämpfung der Wachsmotte empfiehlt sich konzentrierte Essigsäure (Eisessig oder Essigessenz). Die Waben werden in die Zargen gehängt und von oben ein guter Schuß Essigsäure zugegeben, der für die Lagerung über die Wintermonate ausreicht.

Sinnvoller als die Bekämpfung ist allerdings das Einschmelzen der Waben, die bevorzugt befallen werden. Bewahrt man über den Winter nur unbebrütete Waben auf, ist die Wahrscheinlichkeit des Wachsmottenbefalls sehr gering – zudem verringert sich die Gefahr der Übertragung durch Krankheiten.

Bären

Zäune sind für Bären ein Lacher…am besten ist hier eine gute Versicherung, die für die Schäden aufkommt.

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